nostra aetate…

Februar 8, 2009

„(…) Der Bischof Williamson muss sich, um wieder zu bischöflichen Funktionen in der Kirche zugelassen zu werden, auf absolut eindeutige Weise und öffentlich von seinen Positionen im Bezug auf die Shoa distanzieren, die dem Papst im Moment der Aufhebung der Exkommunizierung nicht bekannt waren.“ Zudem müsse sich die Piusbruderschaft zu den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils und aller seither gewählten Päpste bekennen. Das bedeutet aktuell vor allem die Anerkennung von „Nostra Aetate“, in der es heißt, die Kirche beklage „alle Haßausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben“.

Der Fall Williamson hat vielleicht ein Gutes: Möglicherweise begreifen die religiös, liturgisch, kultisch motivierten Traditionalisten jetzt, dass sie sich mit den lieb gewordenen Verschwörungstheorien in direkter Nachbarschaft zur faschistischen Eso-Szene befinden, die sie eigentlich als “satanistisch” werten. Oder mit der islamistischen und linksradikalen Propaganda, für die Nine Eleven eine jüdische Machination ist. 
Sie müssen nun wählen, was ihnen wichtiger ist: die Pflege solcher Mystagogie oder die Arbeit für den Alten Ritus in der kirchlichen Gemeinschaft. 
Auch die liberale Öffentlichkeit hat ein Problem. Sie hat weitgehend verlernt, Religiöses und Politisches auseinanderzuhalten. Die Kirche ist keine Partei, kein Verein oder ein Club. Ihre Regeln stammen aus einem völlig verschiedenen kulturellen Zusammenhang. Religiöser Traditionalismus ist nicht per se Rechtsradikalismus. Das Evangelium ist als Drehbuch für politische Szenarien ungeeignet. Der Kampf der kirchlich „Progressiven“ für Priesterheirat, Frauenamt und Demokratisierung der Strukturen wird nicht dadurch erfolgreicher, dass er auf eine liberale Agenda gesetzt wird – im Gegenteil. Überzeugte Laizisten sollten sich vielmehr taktvoll zurückhalten, um die innerkirchlichen Fronten nicht von außen politisch aufzuladen.(…)“

weiterlesen auf  „Die Achse des Guten: Gastbeitrag von Albert Christian Sellner

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