vor dem ziel…

Dezember 31, 2009

Henryk M. Broder auf  ‚Die Achse des Guten‘:

Ayatollahs kurz vor dem Ziel

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Ignoranz das linksreaktionäre Pack in der Bundesrepublik die Ereignisse im Iran verfolgt – wenn es sich nicht mit den Ayatollahs solidarisiert. Die iranischen Klerikalfaschisten waren lange die letzte Hoffnung für die irrlichternde Nachhut zweier gescheiterter Systeme, des Nationalsozialismus und des Kommunismus, egal, ob es die RAF, die Roten Zellen, die Revolutionäre Aktion, die Querfront, die Volksinitiative oder die Rentner für den Sozialismus waren. Und während die Iraner auf die Straße gehen und ihr Leben riskieren, geben sich die Massenmedien, ARD und ZDF vorneweg, plötzlich kritisch-investigativ, wenn es um die Zahl der Toten und Verletzten geht. Diese Angaben, heisst es mit verhaltener Skepsis, konnten durch unabhängige Quellen “nicht überprüft werden” – ein Vorbehalt, den man nicht zu hören bekommt, wenn Meldungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) oder der Hamas-Pressestelle in Pallywood nachgebetet werden. 
Es sieht aus, als wären die Tage der Ahmadinedschad-Gang gezählt. Bis zum Grand Finale kann es noch eine Weile dauern, aber es wird kommen, denn jeder Dammbruch fängt mit feinen Haarrissen an. Und nicht vergessen: Den Fall der Mauer hat auch niemand vorhergesagt!

Moussavi hat Teheran verlassen
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Moussavi-hat-Teheran-verlassen/story/16519279
Plant Chamenei die Flucht nach Russland?
http://www.20min.ch/news/dossier/iran/story/Plant-Chamenei-die-Flucht-nach-Russland–26843337
Repression stoppt Rebellion in Iran nicht“

genauso oder noch mehr…

Dezember 7, 2008

„Wenn das Zentrum für Antisemitismusforschung nun eine Konferenz unter dem Titel »Feindbild Muslim – Feindbild Jude« veranstaltet, also Antisemitismus, der zur Shoah führte, mit dem heutigen Rassismus gleichsetzt, dann indiziert das entweder die theoretische Hilflosigkeit oder aber die gezielte Gleichsetzung des Präzedenzlosen mit x-beliebiger Diskriminierung. Wenn manche Islamkritiker Imame zitieren, welche in der Tat Europa islamisch oder islamischer machen wollen, dann ist das erst einmal empirisch ernst zu nehmen, denn diese Zitate gibt es ja. Während es zu keinem Zeitpunkt Juden gegeben hat, welche missionarisch ihre nicht-jüdische Umwelt zum Judentum bekehren wollten, gibt es diese Tendenz bei den beiden anderen monotheistischen Religionen, dem Christentum und dem Islam sehr wohl. Auch religionsphilosophisch wäre also der unüberbrückbare Gegensatz von Judentum und Christentum/Islam zu analysieren. Die Texte und Reden von Bin Laden, Ahmadinejad oder ungezählten anderen radikalen Islamisten belegen doch, dass zuerst Israel von ›muslimischem Boden‹ weggefegt werden soll, um danach weitere westliche Gesellschaften anzugehen. Da braucht es keine anti-muslimische Verschwörungstheorie, welche es in gewissen, marginalisierten Kreisen gibt, und die in der Tat in der bloßen Existenz von Muslimen in Europe eine Gefahr apriori sieht. Das ist rassistisch. Das hat aber mit Antisemitismus wiederum rein gar nichts gemein. Antisemiten ›wittern‹ ihren ›Feind‹, den es gar nicht gibt. Rassisten übertreiben existente (!) islamistische Drohungen zu einer Gefahr ›der Muslime‹.“

 

weiterlesen…